Wechseljahresbeschwerden
Durch den niedrigeren Östrogenspiegel leiden nahezu alle Frauen in den Wechseljahren an unterschiedlich stark und lange ausgeprägten Beschwerden, den Wechseljahresbeschwerden. Obwohl die Wechseljahre, wie bereits erwähnt, ein natürlicher Prozess im Leben einer Frau sind, können die damit verbundenen Beschwerden das allgemeine Wohlbefinden erheblich einschränken.

Quelle: Eigene Darstellung
Hitzewallungen und Schweißausbrüche
Hitzewallungen sind die wohl bekanntesten Wechseljahrbeschwerden. Eine Hitzewallung ist ein plötzlich auftretendes unangenehmes Wärmegefühl in der oberen Körperhälfte, das sich wellenartig über Brust, Hals, Gesicht und Oberarme ausbreitet. Die Haut rötet sich dabei meist. Hitzewallungen werden häufig von Schweißausbrüchen und Herzrasen begleitet. Ist die Hitzewallung vorbei, folgt meist ein Fröstelgefühl. Hitzewallungen können auch in der Nacht auftreten, wo sie häufig für Schlafstörungen verantwortlich sind.
Dauer und Häufigkeit von Hitzewallungen sind von Frau zu Frau verschieden. Sie können 30 Sekunden bis einige Minuten lang anhalten und über 30 Mal pro Tag auftreten.
Hitzewallungen kommen dadurch zustande, dass das Temperaturregulationszentrum im Gehirn durch einen schwankenden Östrogenspiegel irritiert wird, wodurch es den Sollwert der Körpertemperatur erniedrigt. Um den neuen Sollwert zu erreichen wird die Haut stärker durchblutet und Wärme verstärkt abgegeben. Im Anschluss an die Hitzewallung muss der Körper die verlorene Wärme wieder produzieren, weswegen sich häufig ein Fröstelgefühl einstellt, bis die normale Körpertemperatur wieder erreicht ist.
Psychische und körperliche Belastungen, Aufregungen, Kaffee und Alkohol können das Auftreten von Hitzewallungen begünstigen.
Schlafstörungen
In den Wechseljahren leiden 50-70% aller Frauen
ohne Behandlung unter Schlafproblemen. Östrogene haben einen
positiven Einfluss auf Stoffwechselvorgänge im Gehirn und fördern
dadurch unter anderem einen erholsamen Schlaf. Der niedrige
Östrogenspiegel während der Wechseljahre kann somit dazu führen,
dass der nächtliche Schlaf weniger erholsam wird. Nächtliche
Hitzewallungen und Schweißausbrüche stören den Schlaf zusätzlich.
Als Folge sind die Betroffenen tagsüber müde, erschöpft und
schneller reizbar.
Nicht alle Schlafstörungen sind jedoch Begleiterscheinungen der
Wechseljahre. Einerseits braucht der Körper mit zunehmendem Alter
nachts weniger Schlaf, dafür tagsüber häufiger Ruhepausen.
Andererseits liegt die Ursache häufig auch in privaten oder
beruflichen Problemen, die einen in der Nacht stark
beschäftigen.
Herzklopfen und Schwindel
Herzklopfen und Schwindel gehören zu den unangenehmeren Wechseljahresbeschwerden. Sie sind in der Regel harmlos und gehen schnell vorüber, können jedoch je nach Schweregrad Angstgefühle auslösen. Falls Sie dennoch besorgt sind, können Sie beim nächsten Arztbesuch Ihre Herz- und Schilddrüsenfunktion überprüfen lassen.
Empfindungsstörungen
Der schwankende Östrogenspiegel während der Wechseljahre kann Empfindungsstörungen verursachen. Diese äußern sich meist in einem unangenehmen Kribbeln in Armen oder Beinen.
Psychische Störungen
Östrogene haben unter Anderem positive Wirkungen auf verschiedene Regionen des zentralen Nervensystems. Während der Wechseljahre kann es daher zu einer Reihe psychischer Beschwerden kommen. Hierzu zählen:
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Stimmungsschwankungen
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Reizbarkeit
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Nervosität
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Ängstlichkeit
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Depressive Verstimmung
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Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten
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Leistungsabfall
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Müdigkeit
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Erschöpfung
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Vermindertes sexuelles Verlangen
Während der Wechseljahre leiden etwa doppelt so viele Frauen (ca. 10%) unter Stimmungsschwankungen als in der Zeit davor. Andere psychische Störungen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit oder Abnahme der Leistungsfähigkeit können aber auch Folgen von Schlafstörungen sein. Die oben genannten Symptome werden allerdings auch bei anderen Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen beobachtet, weshalb eine genaue Diagnosestellung von großer Wichtigkeit ist. Manchmal sind psychische Beschwerden aber auch die einzigen Anzeichen für das Einsetzen der Wechseljahre. Deswegen sollte im entsprechenden Fall nicht gleich zu Psychopharmaka gegriffen, sondern auch an eine Behandlung von Wechseljahresbeschwerden gedacht werden.
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